Kartenlegen oder Kartomantie?

Die Magie der Karten

Wissen Kartenlegen

Schon die Steinzeitmenschen suchten nach Zeichen und Omen, aus denen sie ihre Zukunft herauslesen konnten. Dass die Hilfsmittel zur Lesung des Schicksals immer ausgefeilter wurden, hat mit der zunehmenden Zivilisiertheit der entwickelten Welt zu tun. Als irgendwann jemand auf die Idee kam, einfache Spielkarten zu verwenden, um sie zu befragen, was die Zukunft bringt, schlug die Idee wie eine Bombe ein.

Beim fahrenden Volk erfuhr dieses neue Vergnügen zuallererst große Beliebtheit. Herumziehende Händler brachten die "Kartomantie" (so der offizielle Name des Kartenlegens) in alle Dörfer und Städte Europas und über Jahrmärkte und Märkte selbst bis in die beste Gesellschaft. Bald wurden überall Karten nach Glück oder Unglück befragt – denn in fast jedem Haushalt gab es ein einfaches Skatblatt, das man dazu benutzen konnte. Und während die Männer noch fröhlich dem einfachen Spiel nachgingen, spielten die Damen bald mit den Träumen ihrer Zukunft.

Schon lange vor dieser Zeit, heißt es, war das Kartenlegen aber an den asiatischen Königs- und Kaiserhöfen populär. Kein Wunder, denn das Wahrsagen mit üblichen Spielkarten ist einfach, praktisch und hat fast immer sehr eindeutige Ergebnisse. Im Wandel der Zeiten wurden in Europa verschiedene Decks beliebt: Erst las man aus den sogenannten Zigeunerkarten, später entwickelten sich die Kipper-Karten, aber auch das Set der berüchtigten Madame Lenormand feierte die größten Erfolge. Eigentlich kann jeder die Karten befragen – bevor er das aber tut, muss er sich mit den Bedeutungen der einzelnen Farben und Plätzen, auf denen sie zu liegen kommen, vertraut machen. Ein guter Kartenleger kennt sehr viele Auslegungssysteme und hat vor allem eine faszinierende Intuition, die er – außer dem reinen Wissen um die Kartenaussage – einsetzt.