Der Krebs lebt in Phasen - wie Mond, der Herrscher des vierten Tierkreiszeichens. Mal schöpft er aus dem Vollen, mal verdunkeln sich die Wolken seines persönlichen Horizonts plötzlich und unerwartet. Als das weiblichste aller Sonnenzeichen geht es im Kosmos der Krebse immer nur um eins: Gefühl. Er spürt, empfindet, ahnt, und hört überhaupt jeden Floh husten, der auch nur ansatzweise anderen über die Leber hüpft. Deshalb lebt der Krebs genauso innen in sich und seinem wechselhaften Emotionshaushalt wie bei den anderen, deren Empfindungen er oft genau so spürt wie seine eigenen.
Als Wasserzeichen sind Krebse auf alles Fließende stark eingestimmt und können mit innerer Festlegung oder Starrheit wenig anfangen. Dass ihre seelischen Veränderungen sich immer in Rhythmen vollziehen, bemerken sie oft erst sehr spät im Leben.
Denn als junge Menschen erleben sie einfach sehr tief die Gezeiten ihres Daseinsstroms und bemühen sich einfach, den Kopf über Wasser zu halten. Ihnen einen verlässlichen Kompass für das Auf und Ab des Alltags zu bieten, das ist die wichtigste Aufgabe für Eltern. Als Babys sind Krebse besonders wärme- und zärtlichkeitsbedürftig. Manche klammern sich besonders an ihre Mütter an und oft wird es nötig, sie in der Pubertät sanft, aber bestimmt vom Rockzipfel zu lösen. Ihre Seele empfindet die Welt und ihre Verwirrungen einfach besonders tief - und wenn sie nicht viel Erde im Horoskop haben, dann fühlen sich die Vertreter dieses Zeichens lange unsicher und wie auf einem schwankenden Boden.
Auch in Beziehungen ist es wichtig, den Krebsgeborenen immer auf der Herzensebene anzusprechen und nie völlig logische Entscheidungen zu verlangen. Er besitzt zwar grundsätzlich genau so viel Geist und Esprit wie andere Zeichen, ist aber schlicht über emotionale Kanäle am stärksten berühr- und ansprechbar.
Oft reden stark krebsbetonte Menschen auch weit fern von der Heimat noch lange in einem Dialekt - in jedem Fall aber ist ihre Herkunft, Familie und überhaupt alles, was mit Wurzeln oder Weiblichkeit zu tun hat, für sie besonders wichtig.
Die Beziehung zur Mutter kann sich ungewöhnlich spät erst lockern, sie wird von den Töchtern und Söhnen des Mondes entweder sehr geliebt oder sehr gehasst. Es ist selten, dass sie ihr gegenüber eine gleichmütige Haltung einnehmen. Wenn Krebse selbst Eltern werden, spüren sie oft die Verantwortung, die Kinder als Garanten des Fortbestands der Menschheit bedeuten, als besonders schwere Last. Sich nicht mehr selbst als das Kind des Tierkreises zu fühlen, dessen Launen und Bedürfnissen schnell nachgegeben wird, fällt ihnen nicht immer leicht.
Im Laufe ihres Lebens müssen sie etwas mehr Härte und Ausdauer (Geschenke des Steinbocks gegenüber, die in ihnen angelegt, aber oft verdrängt sind) entwickeln. Dann wird ihr Herz ruhiger und sie schwimmen mit ihrer außergewöhnlichen Einfühlung in Sorgen und Nöte anderer in stilleren Gewässern der Seele, die sie zu ungewöhnlich guten Ratgebern macht. Manchmal sind auch erwachsene Krebse in Streßzeiten etwas wehleidig, weil sie auf jede Regung ihres sensiblen Selbst achten und gar nicht anders können, als jede Veränderung auch in anderen zu registrieren. Wer das weiß, behandelt den Krebs, der tatsächlich viel mehr hört und sieht als der Normalsterbliche, vielleicht mit etwas mehr Geduld.