Venus ist die Herrscherin des zweiten Zeichens im Tierkreis, in dem die ausufernde Widder-Energie gesammelt und zu Materie gemacht wird. Irgendwie sind alle Stiere ein bisschen wie König Midas, was sie anfassen, soll sich in Gold verwandeln, denn der Stier nimmt nur das wahr, was er sieht, riecht, hört, schmeckt oder fühlt.
Gib einem Stier Begreifbares und er wird dein bester Freund sein. Das heißt nicht, dass es in diesem Sonnenzeichen nicht auch Intellektuelle oder komplizierte Geister gäbe - aber sie gehören dann eben zu der eher praktischen Fraktion, die forscht, indem sie vor der eigenen Nase Experimente macht, statt am grünen Computer-Tisch.
Da Stier ein Erdzeichen ist und damit Werte jeder Art symbolisiert, fallen Geld wie auch Selbstwert in seine Zuständigkeit. Wer schon einmal beobachtet hat, dass das sichere Selbstgefühl oft mit einem positiven Kontostand Hand in Hand geht und man sich immer wertloser fühlt, je mehr Schulden man hat, der erfährt dieses astrologische Prinzip am eigenen Leib.
Um Selbstwert zu entwickeln, benötigen die Stiere, ob Mann oder Frau, einen sicheren Platz in der Herde. Das kann das Büro sein oder die Familie, wichtig ist, dass er weiß, wohin er gehört. Oft muss sich dieses Sonnenzeichen aber mit seiner Neigung, überall kleben zu bleiben, wo man ihn mag und akzeptiert, erst mühevoll auseinandersetzen, bevor er wirklich Stier sein darf und sich seinem starken Bedürfnis nach den Annehmlichkeiten des Lebens (gutes Essen, gepflegte Getränke und um sich herum eine Mauer von Statussymbolen) hingeben.
Überraschend viele Stiere erleben im Laufe ihres Daseins leidvolle Trennungen von Liebenden und Geliebten oder scheinbar sicheren Lebenssituationen. Dieses Phänomen zeigt immer an, dass der Stier selbst wieder einmal zu stark Gewohntem anhaftet und die Qualitäten des Skorpions (gegenüber) dringend in sich entwickeln muss. Sie heißen Loslassen und Abgeben und das fällt Stieren erfahrungsgemäß am schwersten. Wenn man einen Stier ohne solche Brüche in seinem Lebens einfach seiner Neigung nachgeben ließe, säße er irgendwann bewegungslos hinter einer Mauer von Einkäufen (sein Satz lautet: Das gehört mir!) und würde wiederkäuen, was ihm alles bisher geschehen ist.
Kleine Stiere sind oft bemerkenswert zufrieden, solange man sie in Frieden in einer natürlichen Umgebung aufwachsen lässt. Besonders Stadtbabys benötigen immer wieder viel frische Luft und Zeit, um ihrer langsamen seelischen Verarbeitungsgeschwindigkeit Rechnung zu tragen. Auch haben sie Körperkontakt besonders nötig, da sie schnell annehmen, ihre Eltern seien auf Nimmerwiedersehen verschwunden, wenn sie diese nicht mehr sehen oder hören können.
Da Stiere als Venuszeichen der Liebe extrem zugetan sind, fühlen sie sich nicht wohl, wenn die Partner fern sind oder nehmen sie dann ganz einfach nicht mehr wahr. Kleiner Trick: Sich immer mal wieder buchstäblich ins Sichtfeld schieben, damit der Stier begreift, dass er nicht etwa in der Wüste lebt, falls der andere gerade arbeitet oder einen Raum weiter sitzt.
Die vielgerühmte Wut des Stiers bezieht sich stets auf die Angst, zu kurz zu kommen oder etwas zu verlieren, was ihm zusteht. Er ist sehr loyal und treu und heiratet deshalb instinktiv auch nicht schnell oder leicht, weil er genau weiß, wie wichtig er Verträge aller Art nimmt und dass er aus einer Ehe so schnell nicht mehr herauskommt.
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