Oft leben sie ein ganz anderes Leben als all ihre Vorfahren: Wassermänner sind die Revolutionäre des Tierkreises, deren Welt von vielen nicht umkehrbaren Umbrüchen gekennzeichnet ist. Ihre Aufgabe ist es, sich auf einer persönlichen Ebene immer wieder von allem Alten zu befreien. Und in einem größeren Zusammenhang, plötzliche gesellschaftliche Veränderungen vorzubereiten und einzuleiten.
Überall da, wo der streng geregelte Kosmos der Steinböcke zu eng, zu konservativ und zu starr wird, kommt garantiert ein einsamer Wassermann daher und wirft mit einem Fingerschnipsen alles um, was bisher galt und als gut und richtig empfunden wurde.
Deshalb schreibt man diesem fixen Luftzeichen auch die Unberechenbarkeit als Charaktermerkmal zu. Wassermänner lassen sich nie festlegen. Und Wasserfrauen übrigens genauso wenig. Sie stellen alles in Frage, was Rost ansetzt, wie am Schnürchen funktioniert (ohne dass man wüsste, wieso eigentlich) oder einem alten Zopf ähnelt. Wegen ihrer Eigenheit, Prinzipien bis auf das letzte Atom auseinander zu nehmen, sind sie auch die eigentlichen Wissenschaftler und Sozialreformer der Erde. Im Hintergrund dessen, was auf den ersten Blick überaus individualistisch erscheint, schwebt aber immer eine kuriose, kreative Idee, die der Gesellschaft oder Gruppe nützlich werden soll.
So sind Wassermänner Gemeinschaftsmenschen, die stets das Wohl des Ganzen im Auge behalten - auch wenn sie manchmal sehr unvermittelt alles umwerfen, was sie gerade erst eingeführt haben. Ihre ständige Unruhe und Hyperaktivität kann manche Eltern von sehr jungen Wasserleuten zur Weißglut treiben. Lehrer wissen, wenn einer ein Widerwort gibt, einfach, weil er es kann, wird es ein Wassermann sein. Ihre Nervosität ist geradezu berüchtigt, aber es kommt vor, dass diese Sonnenzeichen überreizt die besten Ideen haben.
Unter ihnen waren die größten Erfinder der Jahrhunderte, die unstet die Welt nach neuen Inhalten absuchten oder nach Bärten, die sie abschneiden konnten. In der Liebe ist der Wassermann zwar nicht unbedingt wankelmütig, aber er liebt das Spiel mit neuen Herausforderungen und alles Bekannte wird ihm schnell langweilig.
Riskante Affären sind ihm näher als eine gut funktionierende Partnerschaft, in der ein routinierter Alltag die Hauptrolle spielt. Dennoch ist er sehr loyal, wenn er sich einmal wirklich innerlich gebunden hat. Das wagt der Wassermann aber nur dann, wenn er sicher ist, dass die besondere Beziehung zu dem Menschen, den er sucht, tatsächlich im Bereich des Möglichen liegt. Partner von diesem Zeichen müssen sich auf viel Bewegung, gedankliches Auf und Ab und manchmal brüske Trennungen einstellen, wenn alles dem Wassermann zu viel wird. Dann sucht er eine Weile das Weite und kehrt reumütig zurück, sobald er feststellt, dass woanders auch nur mit Wasser gekocht wird.
Wer einen Wassermann halten möchte, kann versuchen, erst einmal Distanz zu schaffen, sobald der Partner Anzeichen von Ermüdung oder Langeweile zeigt. Auch viel Abwechslung bei der Freizeitgestaltung oder Gesprächsthemen ist angeraten. Denn wenn sich Wassermänner in der Beziehung in die Rolle des Alleinunterhalters gedrängt sehen, während sich die Geliebte in aller Ruhe die Nägel feilt, könnte er in Panik geraten und einen seiner berühmten Umbrüche ins Auge fassen.
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