Geboren am Nullpunkt des Tierkreises, ist der Widder auf Anfänge aller Art fixiert. Sein Leben lang wird dieses männliche Feuerzeichen fasziniert sein von der Energie jedes Neubeginns. Sein Dasein ist wie ein chronischer Startblock, auf dem er sitzt und nur darauf wartet, dass sich ihm Gelegenheit bietet, endlich wieder auf ein Ziel zuzuspurten. Dabei geht es dem Widder weniger darum, irgendwo anzukommen, sondern um die reine Energie der Bewegung oder Gedankenkraft.
Wen wundert es bei dieser Veranlagung, dass viele Widder gute Sportler sind - aber sie haben mit Ausdauer nicht viel am Hut. Die Männer wirken sehr stark, ohne zu trainieren, die Frauen aktiver und bewegungsfreudiger als ihre Geschlechtsgenossinnen aus den anderen Zeichen. Dauerhafte Anstrengung ist den Menschen zuwider, die so gut über kurze Strecken ihre pure Leidenschaft für etwas mobilisieren können.
In Zeiten der Kriege waren die Widder die berühmten Kämpfer und Gladiatoren. In gewisser Weise sind sie das auch im Dschungel des modernen Lebens heute noch. Denn sie brauchen immer eine Mauer, gegen die sie stoßen - damit es ihnen möglich wird, bei ihrem ständigen Krieg gegen (zumeist eingebildete) Gegner wenigstens einige Minuten Atempause zu haben. Von selbst bleibt kein Widder ruhig an einem Platz - es sei denn, jemand veranstaltete einen Stillsitz-Wettbewerb.
Davon können besonders die Eltern kleiner Widderchen ein Lied singen: Ab dem Laufenlernen ist für ihre Sprösslinge das große Rennen eingeläutet. Vorher sind Widderbabys oft unleidlich und große Schreihälse. Nicht umsonst sind dem Widder auch Zorn und Ärger als Emotionen zugeordnet. Wenn eins dieser Frühlingszeichen frustriert wird, tobt es oft von einer Minute auf die andere plötzlich los, um ebenso schnell wieder zu verstummen, sobald es bekommen hat, was es will.
Wer einen sauren Widder beruhigen möchte, braucht erst gar keine Zeit verschwenden, um zu trösten oder streicheln. Man bringe den genervten Widder schlicht in Bewegung, beschäftige ihn körperlich und wird bald erstaunt feststellen, was passiert. Der eben noch übelst gestimmte Zeitgenosse schaukelt sich in rasender Geschwindigkeit wieder ins Gleichgewicht.
Bei der Nummer 1 des Tierkreiszeichens dreht sich eben alles um sich selbst. Ich will! - so heißt sein Satz. Und zwar will ich alleine. Oft wirken Widder bis ins hohe Alter ein bisschen naiv, vor allem aber jugendlich, weil die Welt ihnen jeden Tag neu und anders vorkommt. Kein Grund zur Sinnkrise, wenn man einem störrischen Widderjugendlichen erfolglos etwas beibringen möchte: Er lernt nämlich nicht durch Worte, sondern nur durch die Hindernisse in seinem Leben.
Sie sind existenznotwendig, um sein Sonnenzeichen zu voller Blüte zu bringen. Vor allem in der Liebe ist der Widder, dessen Herrscher Mars als König der Erotik und des Sex' gilt, zu 100 Prozent der Eroberer.
Selbst die Damen dieses Zeichens mögen es, selbst die Werbung zu übernehmen und als sportlichen Konkurrenzkampf zu sehen. Wenn sie nicht gewinnen, versinken sie in düsterste Trübsal. Denn es gibt kaum etwas Traurigeres als einen traurigen Widder. Erlischt sein Feuer, sollte man sich für den mutigen, gescheiterten Helden schleunigst eine tolle Herausforderung einfallen lassen, die seine Muskeln anstrengt. Dann steigt er wieder auf wie Phoenix aus der Asche.
Im Laufe seines Lebens müssen Widder ihr Gegenzeichen, die Waage, in sich entwickeln und mit mehr Harmoniebewußtsein an das Du mehr als an ihr Ich denken. So werden sie zu den wahren Beziehungsexperten, statt Solospieler zu bleiben - und sind doch ganz sie selbst, die ewigen Einsteiger des Tierkreises.